Vergessene Baumstümpfe, neue Wälder: Wie FMNR Ugandas degradierte Landschaften wiederherstellt

20. Oktober 2026|In News, Uganda

Im Jubiya-Wald in Uganda wird auf ehemals bewaldeten Flächen eine kostengünstige und nachhaltige Methode zur Wiederherstellung von Landschaften umgesetzt, die als „Farmer Managed Natural Regeneration“ (FMNR) bekannt ist. Durch die Regeneration von Bäumen aus vorhandenen Baumstümpfen und die Stärkung ländlicher Bauernfamilien erwacht der Wald wieder zum Leben.

Diese nachhaltige Technik zur Wiederherstellung von Landschaften wird derzeit im Distrikt Masaka angewendet, einer der am stärksten degradierten Regionen Ugandas. Die Good Forest Uganda (GFU) hat in Zusammenarbeit mit Fairventures Worldwide und mit großzügiger Unterstützung der Heidehof Stiftung GmbH eine wichtiges Projekt zur Wiederherstellung im Jubiya Central Forest Reserve ins Leben gerufen.

Wie der Wald dank FMNR zurückkehrt

Jubiya Central Forest Reserve (JCFR), ist im Laufe der Jahre stark degradiert worden und hat dabei fast 20 % seiner Waldfläche verloren. Doch können vergessene Baumstümpfe der Schlüssel sein, um Tausende Hektar des degradierten Waldes wiederherzustellen?

Nahaufnahme Baumstumpf

„Wir sehen das Potenzial, dass aus den vorhandenen Baumstümpfen wieder neue Triebe und Bäume entstehen“ “, sagt Asiat, Projektkoordinatorin für FMNR bei der GFU.

Anstatt neue Setzlinge von Grund auf zu pflanzen,  was kostspielig sein kann und mit einer hohen Ausfallrate sowie zahlreichen weiteren Herausforderungen verbunden ist, schützt FMNR vielmehr die kräftigen, bereits vorhandenen Wurzelsysteme von gefällten oder gerodeten Bäumen.

Wenn ein Baum gefällt wird, kann sein lebendes Wurzelsystem im Boden erhalten bleiben. Aus dem verbleibenden Baumstumpf können dann neue Triebe austreiben. Dieser einfache und kostengünstige ökologische Ansatz nutzt diese natürliche Regenerationsfähigkeit und fördert durch einen dreistufigen Bewirtschaftungsprozess – Auswahl, Rückschnitt und Schutz – die Entwicklung der Triebe zu gesunden Bäumen und einem neuen Wald. 

Die Anzahl der Triebe wird schrittweise reduziert. Dadurch kann der Baum seine Energie auf wenige, kräftige Stämme konzentrieren. So wächst aus einem buschigen Baumstumpf deutlich schneller wieder ein hoher, wertvoller Baum, als dies bei einer Neupflanzung möglich wäre. 

Lokale Gemeinschaften stärken, um den Wald zurückzubringen.

Auf 1.000 der insgesamt 4.571 Hektar des Waldreservats soll gemeinsam mit den lokalen Gemeinden mithilfe von FMNR degradierter Wald wiederhergestellt werden.  Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stehen im Mittelpunkt des Ansatzes. Sie lernen, wie sie Bäume auf ihren Flächen gezielt fördern und damit langfristig ihre Lebensgrundlagen verbessern können. . In praktischen FMNR-Schulungen wenden sie die Methode direkt vor Ort an, indem sie Triebe auswählen, zurückschneiden, ausdünnen und schützen, um ein gesundes Nachwachsen zu fördern. 

„Ich wünsche mir, dass die Menschen vor Ort die Wiederherstellung des Waldes selbst in die Hand nehmen. Mit FMNR können sie ihre eigenen Felder verbessern und gleichzeitig das Jubiya Central Forest Reserve schützen“, sagt Richard, Projektassistent bei der GFU.

Fünf FMNR-Mitarbeitende stehen vor einem Baumstumpf

Wie Tony Rinaudo, einer der bekanntesten Wegbereiter des FMNR-Ansatzes, betont, beginnt die Wiederherstellung von Landschaften bei den Menschen selbst. Richtig umgesetzt, kann FMNR dazu beitragen, das Einkommen der Menschen zu verbessern und gleichzeitig die Natur langfristig zu erhalten. 

Gemeinsam mit de Menschen vor Ort wird der Jubiya-Wald Schritt für Schritt wiederhergestellt. FMNR unterstützt dabei die natürliche Erholung des Waldes, stärkt die Vielfalt und verbessert die Bedingungen für neue Pflanzen. Denn oft steckt in der Natur bereits alles, was sie für einen Neuanfang braucht.