
Bwera liegt im Bezirk Kasese im Westen von Uganda. Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde leben von der Landwirtschaft und sind stark vom Regen abhängig. Doch die Regenzeiten sind zunehmend unbeständig, was zu großen Herausforderungen für die Menschen vor Ort führt. Ernten fallen unregelmäßig aus, Einkommensmöglichkeiten variieren stark und die Unsicherheit wächst.
Genau hier setzt Fairventures an: Durch die Verteilung von kostenlosen Setzlingen und gezielte Schulungen zu agroforstlichen Praktiken gibt das Team vor Ort Kleinbäuerinnen und Kleinbauern praktisches Wissen an die Hand. Neben einheimischen Baumarten, die schnell anwachsen und das Mikroklima auf den Feldern verbessern, werden auch Setzlinge von Fruchtbäumen verteilt. So werden die Auswirkungen des Klimawandels abgemildert.
Die Umsetzung in Bwera erfolgte mit finanzieller Unterstützung des Landtags und des Staatsministeriums Baden-Württemberg über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg, konkret über die Förderlinie bwirkt! Ausland.
Dank der Förderung konnten im Jahr 2025 insgesamt 46 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in sogenannten Farmer Field Schools geschult werden. Zudem wurde die Produktion von Setzlingen in der örtlichen Baumschule ermöglicht.
Durch Effizienzsteigerungen in den Prozessen der Baumschulen konnte die Setzlingsproduktion sogar deutlich erhöht werden: Statt der ursprünglich geplanten 15.000 Setzlinge wurden über 48.000 Setzlinge produziert. Diese wurden nicht nur an Kleinbäuerinnen und -bauern verteilt, sondern auch an lokale Institutionen wie Schulen und Kirchen.

Farmer Field Schools: Theoretisches und praktisches Wissen vereinen
Das Team in Uganda arbeitet eng mit der lokalen Initiative Bwera Farmers Group zusammen. Dass die Gruppe lokal verankert ist, verstärkt das Interesse an den umgesetzten Aktivitäten und sorgt für Vertrauen.
In den sogenannten Farmer Field Schools wird theoretisches Wissen direkt mit praktischen Übungen kombiniert. Die Teilnehmenden lernen unter anderem, wie Zwischenfruchtanbau funktioniert, wie Bäume in bestehende landwirtschaftliche Systeme integriert werden und wie sie diese langfristig pflegen können.
Ein wichtiger Aspekt: Das erlernte Wissen bleibt nicht nur bei den Teilnehmenden. Es wird innerhalb der Familien und darüber hinaus in der Gemeinde weitergegeben. So entstehen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die ihr Wissen teilen und andere für nachhaltige Landwirtschaft und Aufforstung begeistern.

Der nächste Schritt: Die Setzlingsverteilung
Nach erfolgreicher Teilnahme an den mehrtägigen Schulungen erfolgt mit Beginn der Regenzeit die Setzlingsverteilung. Diese werden zuvor über mehrere Monate in der lokalen Baumschule herangezogen, um eine hohe Qualität sicherzustellen.
Die Setzlinge bilden die Grundlage für die praktische Umsetzung des Gelernten. Sie ermöglichen es den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, direkt mit dem Aufbau von Agroforstsystemen zu beginnen und ihre Felder so widerstandsfähiger zu machen.

Aufforstung ganzheitlich denken
Aufforstung bedeutet weit mehr als nur das Pflanzen von Bäumen. Unser ganzheitlicher Ansatz verbindet ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte: Durch Schulungen, lokale Strukturen und langfristige Begleitung entstehen nachhaltige Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren.
Vor Ort sind die Forestry Field Coordinators für die Betreuung der Kleinbäuerinnen und -bauern zuständig. Sie stehen auch in engem Austausch mit den Gemeinden, sind direkte Ansprechpersonen und unterstützen bei Fragen und Herausforderungen im Alltag. Wir sagen Danke für den Einsatz des Teams vor Ort und für die finanzielle Unterstützung unserer Arbeit durch die Stiftung für Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg!