Wir bauen ein Holzinnovationszentrum in Kampala

24. Mai 2022|In News, Uganda

Bild: Löffler_Schmeling Architekten, Karlsruhe

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern werden wir ein Holzinnovationszentrum im Stadtzentrum von Kampala errichten und verwalten. Es wird auf dem Dach des Crown House entstehen – im gleichen Gebäude befindet sich bereits unser ugandisches Büro – und aus in Uganda hergestellten Holzwerkstoffen gefertigt werden. Damit wollen wir den Holzbausektor in Ostafrika stärken.

Wir sind davon überzeugt, dass Wiederaufforstung mehr bedeutet als nur Bäume zu pflanzen. Ein wichtiger Teil unseres ganzheitlichen Ansatzes ist es, entlang der gesamten Holzwertschöpfungskette zu arbeiten, indem wir die Verwendung von schnell wachsendem, aufgeforstetem Holz als technische Holzprodukte im Bausektor fördern. Mit diesen Produkten, z.B. Brettschichtholz oder Brettsperrholz, können wir die Nachfrage nach Leichthölzern steigern und ihnen einen Mehrwert verleihen. Gleichzeitig werden bestehende Regenwaldflächen entlastet, weil der Bedarf an im Wald geschlagenem Holz abnimmt.

Das Holzinnovationszentrum

Als physische Manifestation dieses Ansatzes arbeiten wir derzeit an einem spannenden neuen Projekt:

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, darunter dem Architekturbüro Löffler_Schmeling, werden wir ein Holzinnovationszentrum im Stadtzentrum von Kampala errichten und betreiben. Es wird auf dem Dach des Crown House entstehen – im gleichen Gebäude befindet sich bereits unser ugandisches Büro – und aus lokal in Uganda hergestellten Holzwerkstoffen gefertigt werden. Ziel ist es, die Ästhetik, Innovationskraft und Stärke von Holz als Baumaterial zu präsentieren. Das Zentrum wird als unser neues Länderbüro fungieren und einen Konferenzraum für Workshops und Seminare beheimaten.

Bilder: Löffler_Schmeling Architekten, Karlsruhe

Das Holzinnovationszentrum ist die erste von vielen Kooperationen zwischen unserem internationalen Team von Holz- und Forstwirtschaftsexperten, und Zimmerleuten und Designern im ugandischen Holzbausektor. In diesem Netzwerk wollen wir Wissen und Erfahrung in den Bereichen Holzbau, Holzschutz, Holzverbindungen und Innovation austauschen, um die Wertschöpfungskette von Holz zu verbessern, den Verschnitt zu minimieren und einen Mehrwert für schnell wachsende Holzarten zu generieren. 

Es ist der erste Schritt zur Etablierung des Holzbausektors in Ostafrika und zur Gestaltung einer Zukunft, in der ökologisch verträgliche Baumaterialien dazu verwendet werden können, einfachen, erschwinglichen und nachhaltigen Wohnraum in Uganda und der gesamten ostafrikanischen Region zu schaffen.

Nächste Schritte

Aktuell ist das Crown House ein dreistöckiges Gebäude mit einer Dachterrasse im Zentrum von Kampala. Die Lage des Gebäudes und seine Zugänglichkeit machen es zum perfekten Standort, um den Holzbau mit neuen Holzwerkstoffen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Die Vorfertigung der meisten Gebäudeteile wird in der Werkstatt erfolgen, um einen sauberen und schnellen Bau zu gewährleisten – und um die anderen Mieter des Hauses möglichst wenig zu stören. 

Das Gebäude wurde bereits einer Tragfähigkeitsprüfung unterzogen, die bestätigt hat, dass es in der Lage ist, unser leichtes Holzinnovationszentrum zu tragen. Die Gesamtfläche des Holzinnovationszentrums wird 152 m² betragen, der höchste Punkt etwa 5,6 m hoch sein. Alle tragenden Balken und Säulen werden aus Leimholz aus Kiefer bestehen. Die Decken, Böden und Verkleidungen werden aus getrocknetem Kiefernholz oder Sperrholz hergestellt.

Das Holz wird mit drei Schichten Leinöl behandelt, um es vor Verwitterung durch Reibung, Sonnenwärme und Feuchtigkeit zu schützen. Als Fundament wird ein Stahlrahmen dienen, über den die Konstruktion mit den vorhandenen Säulen des Crown House verankert wird. Die Architekten haben sich für große Schiebefenster entschieden – das sorgt für genügend natürliches Licht und gute Belüftung.

Die Türen werden leicht und aus lokalem Holz maßgefertigt sein. Generell haben wir während des gesamten Projekts versucht, alle erforderlichen Materialien und Ausrüstungen vor Ort zu beschaffen. Einzelne Zubehörteile wie Verbindungsstücke und Befestigungselemente sind jedoch noch nicht auf dem Markt erhältlich und müssen entweder maßgefertigt werden oder importiert werden. Dies gilt auch für den Polyurethan- oder Melaminkleber, der für die Herstellung des Brettschichtholzes verwendet wird. 

Das Erste seiner Art

Da es sich um einen der ersten Holzbauten des Landes und den ersten offiziellen Holzbau im Central Business District (CBD) von Kampala handelt, muss unser Team einige Herausforderungen mit Blick auf Regulierung und Umsetzung bewältigen. Der Holzbau im CBD wird dadurch eingeschränkt, dass es keine nationalen Holzbaunormen gibt. Von der Internationalen Normungsorganisation genehmigte Normen können für die Anwendung in Uganda übernommen werden, bedürfen aber der Genehmigung und Überwachung durch das Nationale Baukomitee. Dies geht mit einer Reihe von Festigkeits- und Sicherheitsprüfungen einher, die bereits im Gange sind. Wir schlagen vor, die britischen Normen für den Holzbau und die südafrikanischen Normen für die Prüfung der Festigkeit von Brettschichtholz zu adaptieren.

Der erfolgreiche Bau des Holzinnovationszentrums wird das Eis brechen und richtungsweisend für die Zukunft sein – nicht nur für weitere Leichtbauten auf auf anderen Dachterrassen im CBD, sondern auch für die Einführung und Etablierung des Ingenieurholzbaus im ganzen Land.

Erfahren Sie mehr und kontaktieren Sie uns

Unterstützen Sie uns und werden Sie Teil des Holzinnovationszentrums: 

Simon Bosch

Project Manager MTCEA

simon.bosch@fairventures.org