Indonesien

Rehabilitierung von degradierten Flächen mit einheimischen Baumarten in Kalimantan

Projektbeschreibung

Die Abholzung und Umwandlung von Primärwäldern für agro-industrielle Produktion (insbesondere Ölpalmen) in Kalimantan verursacht große Treibhausgas-Emissionen und hat drastische Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosystemleistungen. Nach der Nutzung sind die Flächen oft stark degradiert und liegen brach. Die aktuellen Herausforderungen bestehen darin, den Waldverlust entlang der Entwaldungsgrenze aufzuhalten und die riesigen degradierten Flächen zu rehabilitieren.

Ziel des Projektes ist es, mit Hilfe der einheimischen Baumart Albasia (Paraserianthes Falcataria, indon. Sengon) stark degradierte Flächen auf Kalimantan zu rehabilitieren und eine ökonomisch profitable Landnutzungsalternative zum Anbau von Ölpalmplantagen zu schaffen, die gleichzeitig zur Einkommensverbesserung im ländlichen Raum führt und eine Stärkung der Resilienz der ländlichen Bevölkerung und der Ökosysteme bewirkt. Im Rahmen dieser Machbarkeits- und Demonstrationsstudie soll Paraserianthes f. in Kooperation mit Gemeinden und Kleinbauern auf einer Fläche von mindestens 300 ha in unterschiedlichen Systemen angebaut werden. Dabei werden verschiedene waldbauliche Ansätze getestet und optimiert sowie Vermarktungsoptionen für die nachgelagerte Wertschöpfungskette identifiziert und getestet. In Zusammenarbeit mit holzverarbeitenden Betrieben auf der Insel Java werden Produktinnovationen aus Leichtholz entwickelt und an die gesamte Holzindustrie kommuniziert.

Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimainitiative (www.international-climate-initiative.com). Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) fördert die Initiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags. Weitere Informationen zum Projekt auch auf der IKI Webseite.

Projektlaufzeit

03/2016 – 06/2019

Gesamtprojektvolumen

1.065.918,00€

Projektpartner

Yayasan Borneo Institute
Unique Forestry & Land Use GmbH

Förderung

Neuigkeiten

Forest Landscape Restoration Ansätze in Indonesien – Beiträge deutschsprachiger Akteure

Am Vorabend des Global Landscapes Forums, am 18.12.2017, brachte Fairventures Worldwide gemeinsam mit der Unique forestry and land use GmbH im Uniclub in Bonn Akteure aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, Praktiker, NGOs, Ministeriumsvertreter und Interessierte zum Thema „Forest Landscape Restoration Ansätze in Indonesien“ zusammen.
Dr. Horst Freiberg, BMUB, eröffnete den Abend mit einer Keynote zur Bonn Challenge und ihrem Ansatz zur globalen Wiederbewaldung, bei der er auf die Relevanz und Historie der Bonn Challenge zu sprechen kam. Dr. Freiberg betonte, dass zwar die Ursprünge der Bonn Challenge bis in die 1980er Jahre zurückgingen, das Thema allerdings heute so jung wie nie sei. Der Landscape Ansatz spiele dabei eine wesentliche Rolle mit der Chance, einzelne Akteure wieder stärker zusammenzubringen und dabei über geografische Grenzen hinaus zusammenzuarbeiten um Silos zu überwinden.

Im Anschluss wurde anhand von drei Projektbeispielen aufgezeigt, wie FLR Ansätze in Indonesien in der Praxis aussehen können. Nina-Marie Gaiser von BOS Deutschland stellte in diesem Zusammenhang „FLR und Orang-Utanschutz in Indonesien“ anhand der Erfahrungen der BOS Foundation in Borneo vor. Dabei ging sie insbesondere auf die Themen Klimawandel, Degradierung, Biodiversität und ländliche Entwicklung ein. Die Aktivitäten von BOS konzentrieren sich dabei auf eine Mischung aus Biodiversität und Schutzwald, bei denen verschiedene Baumsorten auf entsprechenden Flächen wieder aufgeforstet werden, darunter auch Futter- und Nestbäume für Organg-Utans.

Panduh Tukat, Vertreter von Fairventures Indonesien, stellte das Projekt „Rehabilitierung von degradierten Flächen mit einheimischen Baumarten in Kalimantan“ vor, das im Rahmen der internationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Hierbei stellte er den Ansatz der Wiederaufforstung von degradierten Flächen mit heimischen Baumsorten vor, bei dem verschiedene waldbauliche Konzepte getestet und optimiert sowie Vermarktungsoptionen für die nachgelagerte Wertschöpfungskette identifiziert und getestet werden. Ziel ist es, in Kooperation mit Gemeinden und Kleinbauern auf einer Fläche von mindestens 300 ha in unterschiedlichen Systemen lokale Hölzer anzubauen und in einer Machbarkeitsstudie zu demonstrieren.

Zum Thema „Entwaldungsfreie Lieferketten“ präsentierte Friederike Martin, GIZ Bonn, ein Vorhaben im Rahmen des GIZ Programms Nachhaltige Lieferketten und Standards, das die Entwaldung in Partnerregionen, wie in Kapuas Hulu in West Kalimantan, bekämpft und sicherstellt, dass die unternehmerischen Selbstverpflichtungen zu entwaldungsfreien Lieferketten positive Auswirkungen für (kleinbäuerliche) Produzenten mit sich bringen. Am relevantesten im Zusammenhang mit entwaldungsfreien Lieferketten sind Palmöl, Kautschuk und Kakao. Der jurisdiktionale Ansatz baut auf bestehende Aktivitäten in Bezug auf den Waldschutz in der Region auf. Ziel ist es unter anderem, eine nachhaltige, risikoarme und entwaldungsfreie Produktionsregion mithilfe des Ansatzes zu etablieren.

Im Rahmen einer anschließenden Podiumsdiskussion mit den Rednerinnen und Rednern konnten Fragen aus dem Publikum aufgenommen und diskutiert werden. Das rege Interesse der Teilnehmer und offene Fragen wurden anschließend auch beim Netzwerken weiter aufgenommen und der Austausch unter den Gästen beflügelte eine weitere Vernetzung der relevanten Akteure in diesem Bereich. Eine gemeinsame Wissensgrundlage für die Skalierung und Replizierung von Konzepten in ähnlichen Formen in tropischen Regionen konnte an diesem Abend geschaffen werden und ein interdisziplinärer Diskurs wurde aufgebaut, der für Diskussionen, Austauschmöglichkeiten und Synergieeffekte weitergeführt wird.

Dezember 2017

Das zweite Indonesische Leichtholzforum in Jakarta

Im Rahmen der 32. Handelsmesse in Jakarta veranstaltete Fairventures zusammen mit dem IPD (Import Promotion Desk) und SIPPO (Schweizer Import Promotion Programm) in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Handelsministerium am 12. Oktober 2017 das zweite Indonesische Leichtholzforum (ILCF). Rund 80 Teilnehmer nahmen am Forum teil, das sich durch die Beiträge weltweiter Akteure aus dem Leichtholzsektor auszeichnete.

So eröffneten Martin Stottele von der Schweizerischen Botschaft in Jakarta gemeinsam mit Djatmiko Bris Witjaksono vom Indonesischen Handelsministerium mit Rafael Teck vom Auswärtigen Amt in Jakarta das Forum, zu dem Redner aus Malaysia, Deutschland, den USA und Indonesien geladen waren. Während Jana Stange (BHB) und Klaus Goecke (Berater IPD) Einblicke in den Exportbereich von Leichtholz und damit verbundene Erwartungen und Möglichkeiten auf europäischen Märkten gaben, präsentierte Paul Horoszowski (PT ABP) das Potential von Holzhäusern aus Leichtholz in Indonesien an einem Modellprojekt.

Den Nachmittag gestaltete Jeshua Sadeli (Woodlam Indonesia) mit seiner Vision über eine zukünftig engere Zusammenarbeit unterschiedlicher Stakeholder im Leichtholzsektor während Zakiah Ahmad (University Technology MARA, Malaysia) in den technischen Holzbau mit Leichtholz in Malaysia einführte. Zum Schluss nahm Ahmad Djuharra (Ikatan Arsitek Indonesia) die Gäste mit auf eine Reise von der Vergangenheit in die Zukunft von Holzbau im Bereich der indonesischen Architektur.

Gemeinsam konnten die Redner am Ende des Forums auf dem Podium über die Möglichkeiten und Herausforderungen im Leichtholzsektor diskutieren, konkrete Ideen entwickeln um nächste Schritte für das gemeinsame Vorantreiben des Sektors zu gestalten und auf vielfältige Fragen aus dem Publikum eingehen.

Das ILCF als Plattform, um unterschiedliche Stakeholder aus dem Leichtholzsektor weltweit zusammenzubringen und somit eine Entwicklung vor allem in Indonesien voranzutreiben, war zum zweiten Mal ein voller Erfolg. Eine Fortsetzung des Forums ist für 2018 geplant. Einen Rückblick auf das diesjährige Programm erhalten Sie hier.

Das ILCF ist eine Veranstaltung, die im Rahmen des FVW-Projektes „Rehabilitierung von degradierten Flächen mit einheimischen Baumarten in Kalimantan“  stattfindet. Dieses ist Teil der Internationalen Klimainitiative (IKI) und wird vom Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert.

Oktober 2017, Bild: SIPPO

Indonesian Lightwood Cooperation Forum in Jakarta

Fairventures Worldwide veranstaltete am 13. März 2017 das erste „Indonesian Lightwood Cooperation Forum (ILCF)“ im Rahmen der größten Möbelmesse Indonesiens, der IFEX Indonesia. Renommierte Redner aus Indonesien, Deutschland, Singapur und der Schweiz brachten den Besuchern während der Vorträge die Themen Produktinnovation, Wertschöpfungssteigerung und Aufforstung näher. So wurden Möglichkeiten des modernen Holzbaus für Südostasien aufgezeigt, die das Vergessen der indonesischen Tradition aufgrund konkurrenzfähiger Baumaterialen verhindern sollen. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Steigerung der Wertschöpfung des schnellwachsenden, tropischen Leichtholzes. Fördernde Ansätze können hier zum einen Produktinnovationen sein, zum anderen ist aber auch ein kompetentes Bildungssystem nötig, um Führungskräfte im Produktmanagement entsprechend auszubilden. Das Forum erfreute sich einer sehr hohen Nachfrage, insgesamt 110 Teilnehmer verfolgten die Vorträge und Diskussionsrunden der Referenten mit großem Interesse.

Die Hauptpartner der Veranstaltung waren das Import Promotion Desk (IPD), das Handelsministerium Indonesien (MoT) sowie das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) durch das aktuell geförderte FVW-Projekt im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Einen Rückblick auf das Programm erhalten Sie hier.

März 2017

Produktinnovationen aus Leichtholz auf der 31. Handelsmesse in Jakarta, Indonesien 

Zur 31. Handelsmesse in Jakarta, Indonesien, war Fairventures in diesem Oktober mit einem Leichtholzstand vertreten. Zusammen mit den Partnern des deutschen Import Promotion Desks, der Indonesian Barecore Association, PIKA sowie dem Indonesischen Handelsministerium wurde hier das Potential von Leichtholz für Produktinnovationen in den Vordergrund gestellt. Dass man dieses Potential auch anfassen kann, wurde am eigens aus Sengonholz (schnellwachsendem Leichtholz) gebauten Messestand deutlich.

Gleichzeitig repräsentierten die einzelnen Partner im Verbund am Stand die gesamte Wertschöpfungskette – vom Anpflanzen bis hin zur lokalen Verarbeitung. Außergewöhnlich war natürlich auch das schwebende Auto auf der Freifläche der Messe, welches nur von einer Leichtholzkonstruktion gehalten wurde – und das bei Wind und Wetter. Eine solche Kraft hatten nun wirklich die wenigsten erwartet.

Nachdem der Indonesische Präsident Joko Widodo nach der Eröffnung der Messe einen Stopp an unserem Stand eingelegt hatte und mehrere Minister ihm mit Besuchen folgten, bekommen wir nun immer mehr Anfragen bezüglich Produktinnovationen im Leichtholzsektor. In Indonesien gibt es keinen industriellen Holzbau, mit den schnellwachsenden Pionierbäumen wie zum Beispiel Sengon kann allerdings ausreichend Angebot geschaffen werden, um den Bausektor zu transformieren und Stahl und Beton zu ersetzen. Ein Feld mit vielen Möglichkeiten wurde auf den fünf Tagen der Messe Mitte Oktober aufgezeigt und nun auch auf weiteren Plattformen wie dem Indonesian Lightwood Cooperation Forum im März 2017 weitergeführt.

Oktober 2016

Innovationen aus Leichtholz – Leimbinder aus Albasia

 

Produktinnovation

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wird auch das Thema Produktinnovation mit Albasia behandelt, um sich auf längere Sicht mit der Nachfrageseite des Leichtholzsektors zu beschäftigen. Die Vorteile des Holzes sind klar: Es ist schnellwachsend, ist grossflächig verfügbar, und leicht: damit reduziert es die Prozesskosten sowie den Treibstoffverbrauch beim Transport. Momentan wird Leichtholz aus Indonesien vor allem für Produkte verwendet, die eine relativ geringe Wertschöpfung aufweisen; der moderne Holzbau existiert noch gar nicht vor Ort. Um dem Holz einen zusätzlichen Wert zu verleihen, möchten wir die Produktinnovation in Indonesien vorantreiben.

Mit der Entwicklung von Leimbindern aus Albasia möchten wir das Potential dieser Leichthölzer aufzeigen. Das ausgesprochen gute Verhältnis zwischen der Dichte und der Festigkeit ist die ideale Grundlage für innovative Ideen.
Im Juni wurden nun Prototypen von Leimbindern in verschiedenen Dimensionen mit verschiedenem Aufbau und bis zu einer Länge von 8 m hergestellt. Um einen Vergleich mit den bereits auf dem Markt bestehenden Produkten treffen zu können, sollen die Leimbinder nun in Indonesien auf Ihre Festigkeiten (Biegfestigkeit, Zugfestigkeit, E-Modul) getestet werden.

Juni 2016