Vom Weltklimagipfel in Paris berichtet Simeon Max

Seit eineinhalb Wochen treffen sich die Vereinten Nationen in Paris zum 21. Weltklimagipfel. Als Vertreter der International Forestry Students’ Association (IFSA) habe ich an dieser richtungsweisenden Konferenz teilgenommen, neben mehr als 30.000 anderen Delegierten aus der ganzen Welt. Noch bis Ende der Woche haben die Verhandlungen nun Zeit, eine hoffentlich rechtlich verbindliche Vereinbarung zu beschließen, in der

  • neue langfristige Klimaschutzziele, um unter 1,5°C Erwärmung zu bleiben,
  • eine Überprüfung der Länderziele alle 5 Jahre und
  • ein System der Gewährleistung, dass sich Länder an ihre Ziele halten, festgelegt werden sollen.

 

Als Student der Forstwissenschaften an der TU München habe ich vor allem die Diskussionen um den Schutz und die Wiederherstellung der Wälder verfolgt. Bei der größten Nebenveranstaltung zum Klimagipfel mit etwa 3.200 Teilnehmern, dem Global Landscapes Forum, ging es zwei Tage darum, wie Landschaften effizient geschützt, aber auch nachhaltig bewirtschaftet werden können. Die Herausforderung ist es, scheinbar unvereinbare Ziele (Nahrungssicherheit, Wirtschaftswachstum, Energieerzeugung, Trinkwasserschutz, Biodiversität, Klimaschutz, Holzproduktion, und so weiter) unter einen Hut zu bringen.

Große Versprechen von Ländern und Staatengemeinschaften zur Finanzierung und Durchführung von Wiederaufforstung haben die Dringlichkeit unterstrichen. Das nochmals hochgestufte Ziel der Bonn Challenge beispielsweise fordert die Renaturierung von mindestens 350 Millionen Hektar degradierter und entwaldeter Flächen bis 2030. Die drei Länder Norwegen, Großbritannien und Deutschland wollen dafür bis 2020 insgesamt 5 Milliarden US Dollar zur Verfügung stellen.

Diese Finanzströme werden dringend gebraucht. In Indonesien gibt es etwa 57 Millionen Hektar degradiertes und ungenutztes Land. Es geht nun zunächst darum, die politischen Rahmenbedingungen zur großflächigen Wiederaufforstung zu schaffen und das Land wieder nutzbar zu machen. Fairventures folgt mit seinem Ansatz in Borneo dem beim Weltklimagipfel und beim Global Landscapes Forum vorgeschlagenen integrativen Landschaftsmanagements. Dabei wird die lokale Bevölkerung eng mit einbezogen, um nachhaltig ökonomische und auch ökologische Ziele zu erreichen.

Für mich war die Teilnahme am Weltklimagipfel in Paris ein beeindruckendes Erlebnis. Ich habe über die politische Herangehensweise der verschiedenen Länder gelernt, und dabei auch einige der Entscheidungsträger treffen können. Von außen mag es so aussehen, dass bei einer solchen Konferenz nur wenig vorangeht, was bei der Vielfalt der Teilnehmer auch nicht verwunderlich wäre. Der Austausch außerhalb der Verhandlungen jedoch, die vielen persönlichen Treffen, duzende Informationsstände von verschiedensten Organisationen und die unzähligen thematischen Nebenveranstaltungen waren bestimmend für meine erfolgreiche Teilnahme an dieser Konferenz.

Share this Post!

About the Author : Annika Petruch