Kakao Reise durch Zentralkalimantan – Analyse möglicher neuer Kooperationen

Um das Potential für den Anbau von Kakaosetzlingen in Zentralkalimantan bewerten zu können, machte sich unser Team im Rahmen des Projektes für Nichtwald-Produkte (non-timber forest products) Ende Mai auf den Weg nach Tumbang Olong und Nihan und besuchte dort Kleinbauern auf ihren Kakaoplantagen. Die zehntägige Reise hatte unter anderem das Ziel, den Kontakt zu den Kleinbauern für eine mögliche zukünftige Zusammenarbeit auszubauen und die Qualität und die Sorten des dort angebauten Kakaos zu analysieren. Dafür wurden insgesamt 750 Früchte der beiden Gebiete gekauft und zur Untersuchung zum Indonesian Coffee and Cacao Research Institute (ICCRI) auf Java gebracht.

15 erfolgreiche Kakao-Kleinbauern in Tumbang Olong

Seit 2015 werden in Tumbang Olong von Pak Kader und seinem Team aus 14 Kleinbauern erfolgreich Kakaobäume angepflanzt. 80 Prozent der gepflanzten Setzlinge wachsen zu Bäumen heran und tragen nach eineinhalb bis zwei Jahren Früchte. Die Pflege der Kakao-Plantagen benötigt dabei monatliches Mähen des Feldes und das Schneiden der kleinen Äste am Baum. Das Pflanzmaterial der Bauern wird mittlerweile auch schon von anderen Farmern verwendet, was darauf hoffen lässt, dass es in Zukunft immer mehr unabhängige Kakaoplantagen und Kleinbauern geben wird.

Großes Interesse an einer Zusammenarbeit in Nihan

Auch in Nihan, ein Dorf, das zwischen Puruk Cahu und Muara Teweh in Zentralkalimantan liegt, sind 15 Bauern tätig. Dort hat die Regierung im Jahr 2000 an zehn Familien jeweils 500 Kakao-Setzlinge verteilt. Durch den damals fehlenden ökonomischen Wert wurde der Kakao jedoch nie geerntet und verkauft. Erst 2015 wurden die Kakaofrüchte geerntet und weitere Baumschulen aufgezogen. Die Kleinbauern zeigten sich sehr motiviert und wären an einer zukünftigen Zusammenarbeit und Pflegetipps sehr interessiert. Auch von diesen Bäumen nahm das Team Früchte zur Analyse mit und reichte sie im ICCRI ein.

Nach der Ernte folgt die Fermentation – ein wichtiger Prozess für die spätere Weiterverarbeitung des Kakaos

Ein Teil der zehntägigen Reise beinhaltete unter anderem die Fermentation der frisch geernteten Kakaofrüchte der beiden Gebiete. Die Fermentation der Kakaobohnen hat mehrere Ziele. Zum einen kann das Fruchtfleisch nach dem Gärprozess effektiv von den Bohnen getrennt werden, zum anderen wird die Keimfähigkeit der Samen bei Temperaturen von bis zu 50°C abgetötet, sodass diese gelagert werden können. Die Fermentation trägt außerdem dazu bei, dass der bittere Geschmack der Bohnen gemildert wird und Aromastoffe gebildet werden. Bei dem Fermentationsprozess werden die Kakaofrüchte zunächst geöffnet und die Kerne in drei verschiedene Qualitätskategorien sortiert. Nur die besten Kerne werden fermentiert, mittelwertige Kerne werden sofort sonnengetrocknet. Ab acht Wochen nach der Fermentation können die Kakaobohnen schließlich weiterarbeitet werden.

Das ICCRI gab Aufschluss über die Kakaosorten der Kleinbauern

Durch die durchgeführten Analysen des Indonesian Coffee and Cocao Research Institute konnte festgestellt werden, dass es sich bei den Kakaofrüchten aus Tumbang Olong mit hoher Wahrscheinlichkeit um Trinitario Hybride handelt, die in erster Linie Richtung Forestero gehen. Die Sorte Forestero steht für einen kräftigen Kakaogeschmack und besitzt aufgrund seiner Robustheit und seiner hohen Erträge die größte Bedeutung für den Weltmarkt. Aber es wurde auch eine Trinitario Frucht identifiziert, die sehr nah mit dem Criollo Kakao verwandt ist. Criollo Kakao gilt als ein sehr edler Kakao, der kaum bitter schmeckt und ausgeprägte Nebenaromen besitzt. Das ICCRI sieht in dieser Frucht das höchste Potential.

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