Forest Landscape Restoration Ansätze in Indonesien – Beiträge deutschsprachiger Akteure

Am Vorabend des Global Landscapes Forums, am 18.12.2017, brachte Fairventures Worldwide gemeinsam mit der Unique forestry and land use GmbH im Uniclub in Bonn Akteure aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, Praktiker, NGOs, Ministeriumsvertreter und Interessierte zum Thema „Forest Landscape Restoration Ansätze in Indonesien“ zusammen.
Dr. Horst Freiberg, BMUB, eröffnete den Abend mit einer Keynote zur Bonn Challenge und ihrem Ansatz zur globalen Wiederbewaldung, bei der er auf die Relevanz und Historie der Bonn Challenge zu sprechen kam. Dr. Freiberg betonte, dass zwar die Ursprünge der Bonn Challenge bis in die 1980er Jahre zurückgingen, das Thema allerdings heute so jung wie nie sei. Der Landscape Ansatz spiele dabei eine wesentliche Rolle mit der Chance, einzelne Akteure wieder stärker zusammenzubringen und dabei über geografische Grenzen hinaus zusammenzuarbeiten um Silos zu überwinden.

Im Anschluss wurde anhand von drei Projektbeispielen aufgezeigt, wie FLR Ansätze in Indonesien in der Praxis aussehen können. Nina-Marie Gaiser von BOS Deutschland stellte in diesem Zusammenhang „FLR und Orang-Utanschutz in Indonesien“ anhand der Erfahrungen der BOS Foundation in Borneo vor. Dabei ging sie insbesondere auf die Themen Klimawandel, Degradierung, Biodiversität und ländliche Entwicklung ein. Die Aktivitäten von BOS konzentrieren sich dabei auf eine Mischung aus Biodiversität und Schutzwald, bei denen verschiedene Baumsorten auf entsprechenden Flächen wieder aufgeforstet werden, darunter auch Futter- und Nestbäume für Organg-Utans.

Von links nach rechts: Dr. Till Pistorius, Friederike Martin, Nina-Marie Gaiser, Dr. Horst Freiberg, Panduh Tukat und Johannes Schwegler

Panduh Tukat, Vertreter von Fairventures Indonesien, stellte das Projekt „Rehabilitierung von degradierten Flächen mit einheimischen Baumarten in Kalimantan“ vor, das im Rahmen der internationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Hierbei stellte er den Ansatz der Wiederaufforstung von degradierten Flächen mit heimischen Baumsorten vor, bei dem verschiedene waldbauliche Konzepte getestet und optimiert sowie Vermarktungsoptionen für die nachgelagerte Wertschöpfungskette identifiziert und getestet werden. Ziel ist es, in Kooperation mit Gemeinden und Kleinbauern auf einer Fläche von mindestens 300 ha in unterschiedlichen Systemen lokale Hölzer anzubauen und in einer Machbarkeitsstudie zu demonstrieren.

Zum Thema „Entwaldungsfreie Lieferketten“ präsentierte Friederike Martin, GIZ Bonn, ein Vorhaben im Rahmen des GIZ Programms Nachhaltige Lieferketten und Standards, das die Entwaldung in Partnerregionen, wie in Kapuas Hulu in West Kalimantan, bekämpft und sicherstellt, dass die unternehmerischen Selbstverpflichtungen zu entwaldungsfreien Lieferketten positive Auswirkungen für (kleinbäuerliche) Produzenten mit sich bringen. Am relevantesten im Zusammenhang mit entwaldungsfreien Lieferketten sind Palmöl, Kautschuk und Kakao. Der jurisdiktionale Ansatz baut auf bestehende Aktivitäten in Bezug auf den Waldschutz in der Region auf. Ziel ist es unter anderem, eine nachhaltige, risikoarme und entwaldungsfreie Produktionsregion mithilfe des Ansatzes zu etablieren.

Im Rahmen einer anschließenden Podiumsdiskussion mit den Rednerinnen und Rednern konnten Fragen aus dem Publikum aufgenommen und diskutiert werden. Das rege Interesse der Teilnehmer und offene Fragen wurden anschließend auch beim Netzwerken weiter aufgenommen und der Austausch unter den Gästen beflügelte eine weitere Vernetzung der relevanten Akteure in diesem Bereich. Eine gemeinsame Wissensgrundlage für die Skalierung und Replizierung von Konzepten in ähnlichen Formen in tropischen Regionen konnte an diesem Abend geschaffen werden und ein interdisziplinärer Diskurs wurde aufgebaut, der für Diskussionen, Austauschmöglichkeiten und Synergieeffekte weitergeführt wird.

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