Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette

Im Detail

Das erste Element in der Wertschöpfungskette sind die Vorleistungen. Die Auswahl der Samen und das Aufziehen der Setzlinge in der Baumschule sowie die Vorbereitungen des Pflanzlochs und des Bodens für das Setzen sind mit Lernprozessen verbunden, welche später über Generationen weitergegeben werden. Daneben werden geeignete Felder benötigt, die nachweislich degradiert sind und klare Besitzverhältnisse haben, damit die Landrechte dauerhaft gesichert werden können.

Die Mischwaldkultur ist eine sehr nachhaltige Art der Landnutzung, die viele Vorteile mit sich bringt. Im Gegensatz zur Monokultur bietet die Mischwaldkultur einen Lebensraum für verschiedene Tiere und Pflanzen, die sich auf natürliche Weise ansiedeln können. Eine Monokultur laugt den Boden durch die Nutzung von einigen spezifischen Nährstoffen aus, während in einer Mischwaldkultur ein ausgewogener Verbrauch der Nährstoffe von unterschiedlichen Pflanzen stattfindet. Die aufgenommenen Mineralien werden durch den ständigen Blattabwurf wieder auf dem Waldboden verteilt und ein natürlicher Kreislauf ist gegeben.

Der Wald bietet in erster Linie Holz als Primärprodukt. Unterschiedliche Wachstumszeiten von Baumarten bringen verschiedene Holzarten zu unterschiedlichen Zeiten als Ertrag. Es werden auch Nichtholzprodukte zwischen den Bäumen angebaut wie Maniok, Reis, Erdnüsse, Bananen etc., die ein jährliches Einkommen bieten.

Die Primärprodukte gehen verschiedene Wege zur Verarbeitung. Das Rundholz wird zu Sägewerken und Furnieranlagen transportiert. Die Reste der Holzernte (Äste, Abschnitte, Rinde) sowie die Holzreste von Sägewerken werden zu Kraftwerken gebracht, die die Energie des Holzes nutzen, um Wärme und Strom zu erzeugen. Die Wärme wird in den Sägewerken zur Holztrocknung verwendet und der Stromüberschuss wird in das nächstliegende Dorf geleitet. Die Nutzung von Holzresten oder gar Rundholz zur Herstellung von Papierprodukten in einer Zellstofffabrik wird von Fairventures nicht unterstützt.

Nichtholzprodukte kommen auf direktem Weg in die Lebensmittelproduktion und werden dem lokalen sowie dem internationalen Markt bereitgestellt.

Die aus dem Sägewerk kommenden Sägehölzer und Furniere werden in einer weiteren Prozessstufe zu Bauholz, Platten oder Möbeln verarbeitet. Somit erzielt das Holz die höchstmögliche Wertschöpfung im Land selbst.

Die fertigen Produkte stehen zum Handel bereit und werden entweder direkt in den Export oder in den lokalen Groß- und Einzelhandel gebracht.

Internationale sowie regionale Konsumenten erfreuen sich einiger Vorteile des Holzes. Ein Holzhaus bietet bei richtiger Bauweise eine sehr gute Isolation und Heiz- bzw. Kühlkosten werden dadurch gespart. Die Lebensqualität im Haus wird durch die Anwesenheit von sichtbarem Holz bewiesen verbessert. Platten aus schnellwachsenden Leichthölzern sind sehr vielfältig einzusetzen und bieten dem Handwerker verschiedenste Möglichkeiten bei einfacher Handhabung. Exotische Holzmöbel aus nachhaltig gewachsenen Baumarten verschönern das Zuhause des Kunden, die er mit ruhigem Gewissen nutzen kann.

Der nachhaltige Aspekt von Holz kommt nicht nur dem Konsumenten sondern der ganzen Welt zugute. Die Speicherung von CO2 in gut verarbeiteten Massivholzprodukten dauert über Jahrzehnte (manchmal auch Jahrhunderte) an. Die Verwendung von Hölzern aus nachhaltigen Mischwaldkulturen bietet eine Alternative zur Verwendung von Hölzern aus dem Regenwald und somit wird die Zerstörung des Urwaldes minimiert. Ein Produkt aus Massivholz kann sehr viel einfacher recycelt werden. Die Holzreste können entweder in weitere Produkte wie Spanplatten oder Papier weiterverarbeitet werden oder zur Energieerzeugung umweltschonend verbrannt werden.